Klimaschutz: Nicht handeln der Bochumer Politik ist unverantwortlich

Der Klimawandel nimmt immer dramatischere Formen an. Die Bochumer Politik nimmt den Klimanotstand nicht ernst. In den 14 Monaten seit er ausgerufen wurde ist nichts von Bedeutung geschehen obwohl kurzfristiges, drastisches Handeln notwendig ist.

15.07.2020, 18 Uhr, 9 Bochumer KlimaschutzbĂĽndnis-Treffen

Die Tagesordnung wird kurz vorher hier veröffentlicht. Die Treffen finden ab jetzt jeden 3. Mittwoch im Monat als Telefonkonferenz statt (solange es Kontaktbeschränkungen wg. Corona gibt). Wer an der Telko teilnehmen möchte möge sich per Mail melden.
Das Bochumer KlimaschutzbĂĽndnis traf sich auf Initiative des Ak Umweltschutz Bochum erstmals am 04.09.2019.

CO2-Reduktionsnotwendigkeit



Für einen gerechten Beitrag, den globalen Temperaturanstieg mit einer Sicherheit von 50% auf 1,5°C zu begrenzen, bleibt Deutschland ab 2020 nur noch ein Restbudget von 4,2 Mrd. t CO2. Das Budget für 1,75°C globale Erhitzung beträgt 6,7 Mrd. t CO2 (67% Sicherheit). [1] Zu diesem Schluss kommt der Sachverständigenrat für Umwelt der Bundesregierung auf der Basis der globalen Restbudgets für verschiedene Szenarien des IPCC und Deutschlands Anteil an der Weltbevölkerung. Die Budgets würden noch deutlich geringer ausfallen, würde man Deutschlands hohe historische Emissionen berücksichtigen.

Bei einem jährlichen CO2-Ausstoß von 866 Mio. t CO2 (Stand 2018) [2] wird Deutschland schon 2024 das Budget für 1,5°C sprengen – und 2028 das Budget für 1,75°C. Um überhaupt noch eine Chance zu haben, das Pariser Klimaschutzabkommen nicht völlig zu verfehlen, muss Deutschland seine Emissionen in den nächsten Jahren drastisch reduzieren!

Die Verstromung von Stein- und Braunkohle verursacht mit 70% der Emissionen aus der deutschen Stromerzeugung bzw. 30% der deutschen Gesamtemissionen einen unverhältnismäßig hohen Anteil an Treibhausgasen. [3] Das bedeutet aber, dass es mit einem zu langsamen Kohleausstieg bis 2038 faktisch gar nicht mehr möglich sein wird, Deutschlands CO2-Budget einzuhalten! Die Verabschiedung des Kohleausstiegsgesetzes durch die #GroßeKohleKoalition kommt somit einer verbindlichen Absage an das Pariser Klimaschutzabkommen gleich!

Quellen:
[1] Sachverständigenrat für Umwelt: Umweltgutachten 2020 (S. 4)
[2] Umweltbundesamt: Treibhausgas-Emissionen in Deutschland
[3] Umweltbundesamt: Daten und Fakten zu Braun- und Steinkohlen (S. 32)

Quelle: Fridays for Future Berlin


					

Ein Jahr Klimanotstand

Am 06.06.2019 hat der Rat der Stadt Bochum die Resolution zum Klimanotstand verabschiedet ((Enthaltungen: 6 (FDP&StG/UWG:FB), dagegen: 4 (AfD/NPD), dafür: 45 (SPD/Grüne/LINKE/parteilos/OB)). Die Ausrufung des Klimanotstandes war als Bürgeranregung nach § 24 der Gemeindeordnung NRW vom AkU-Mitglied Jens Lenser angeregt worden und später auch von Extention Rebellion. Leider ist im ersten Klimanotstandsjahr nichts Wesentliches in Politik und Verwaltung zum Klimaschutz geschehen. Wir haben deshalb im Rahmen unserer Mitgliedschaft im Bochumer Klimaschutzbündnis am 05.06.2020 (= internationaler Tag der Umwelt) in einem offenen Klimanotstandsbrief Fragen an die Politik und Verwaltung gestellt. Wir werden an dieser Stelle über die Antworten berichten.

Temporärer Radweg

Die Radwende Bochum hat am 06.06.20 für eine Stunde einen temporären Radweg auf dem Südring eingerichtet. So sollte gezeigt werden wie einfach es ist in Zeiten von Corona mit weniger Autoverkehr das Fahrradfahren zu fördern Anlass war die Verabschiedung des Klimanotstandes durch den Bochumer Rat am 06.06.2019. Der Arbeitskreis Umweltschutz Bochum ist Mitglied in der Radwende Bochum.

20.05.2020, 18 Uhr, Telko, 7. Bochumer KlimaschutzbĂĽndnis-Treffen

Die Tagesordnung wird kurz vorher hier veröffentlicht. Die Treffen finden ab jetzt jeden 3. Mittwoch im Monat als Telefonkonferenz statt (solange es Kontaktbeschränkungen wg. Corona gibt). Wer an der Telko teilnehmen möchte möge sich per Mail melden.
Das Bochumer KlimaschutzbĂĽndnis traf sich auf Initiative des Ak Umweltschutz Bochum erstmals am 04.09.2019.

Ă–kostrom? Ja bitte!

Ca. 41 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland stammen aus der Stromerzeugung. Diese Emissionen können Sie durch den Umstieg auf Ökostrom verringern. Dazu müssen Sie sich nur aus der Tabelle einen Anbieter, welcher ausschließlich Ökostrom erzeugt, aussuchen und ihm ihren bisherigen Anbieter und Ihre Kundennummer mitteilen. Alles Andere macht ihr neuer Anbieter. Es kommt zu keiner Unterbrechung in der Stromlieferung.

Wie ist der Ă–kostrom der Bochumer Stadtwerke zu beurteilen? Sehen Sie hierzu den Ausschnitt von „Könnes kämpft„. Aber: Mit den Gewinnen der Stadtwerke wird das Defizit der Bogestra ausgeglichen. Umso wichtiger ist der Verkauf der Steag-Anteile (Strom aus Kohle) – die Bochumer Stadtwerke halten 18 % – sowie die Erzeugung von regenerativem Strom – noch besser der Bau von Stromspeichern – durch die Stadtwerke und dies möglichst kurzfristig.