Besenderung

Aktion zur Besenderung von Fledermäusen

Arbeitskreis Umweltschutz Bochum e. V. (AkU) weist mit kleinen Sendern die Wochenstube von Fledermäusen  nach.
An einer Stelle in Bochum konnten mehrfach Muttertiere von Wasserfledermäusen nachgewiesen werden. Dort haben wir im Jahr 2002 säugende Weibchen gefangen und eines davon mit einem Sender beklebt. Dieses Verfahren heißt Telemetrie.

Dieser Sender wiegt weniger als ein halbes Gramm und behindert das Tier nicht bei Flug und Jagd.
Die Bewegungen der Tiere wurden dann während der ganzen Nacht mit einem Empfänger verfolgt. Wenn die Tiere wegen der geringen Reichweite der Sender „verloren gingen“ mussten sie tagsüber aufgespürt werden. Die Sender haben eine Lebensdauer von ca. 7 Tagen.
Absicht des Unterfangens war es die Wochenstube – also das Quartier in dem die Jungen aufgezogen werden – zu finden.Leider haben wir den Sender – und damit die Fledermaus – nur sehr kurze Zeit mit unserem Empfänger verfolgen können. Auch in den nächsten sieben Tagen und Nächten (solange reicht die Batterie des Senders maximal) haben wir den Sender nicht wieder gefunden.Im Jahre 2003 wurden dann zwei Tiere besendert. Dank der kompetenten Unterstützung von Bochumer Funkamateuren gelang es uns, die Wochenstube in einer Spechthöhle zu entdecken (sowie zwei weitere Höhlen, in denen zeitweise ein Einzeltier „übertagte“). Aus der Spechthöhle, die sich in einer Buche in Querenburg befindet, konnten wir in der Abenddämmerung 51 ausfliegende Fledermäuse zählen, darunter ca. 20 Jungtiere.

Besonders eindrucksvoll war die Beobachtung der morgendlichen Schwärmphase vor dem Quartier. Sie begann um 4.05 Uhr. Die Tiere schwirrten um den Baum. In der immer lichteren Morgendämmerung waren sie sehr gut zu sehen. Um 4.50 Uhr verschwand das letzte Tier in der Baumhöhle. In der Zwischenzeit war es fast völlig hell geworden.

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2 Gedanken zu „Besenderung

  1. Vermutlich überflug Fledermaus(mäuse) mit Sender 150,100 oder 150,101 MHz,
    einmalig gehört hier: ***Adresse geschwärzt***, 40668 Meerbusch 15:17 UTC am 11.12.2015.
    Da der Empfänger als auch die Antenne nicht optimal sind,
    konnte ich nur sehr schnell getastete Signale als „5“, „3“ und „6“
    kurz hintereinander zuordnen.Können auch Fragmente des Signales
    gewesen sein.
    Danach war kein Empfang mehr möglich.
    Es war ein wenig zu überraschend um die anderen Empfänger
    „scharf“ zu machen und besser mitzuschreiben.
    Vielleicht hilft es ja.
    Wir haben immer Fledermäuse hier, die meist jeden Abend mal
    vorbeihuschen, kann sie aber nicht zuordnen da ich kein Biologe bin 🙂
    Beste Grüße,
    Achim Böck, DL4EG

    • Hallo Herr Böck!

      Super, dass sie an der Aktion teilnehmen!
      Sie haben vermutlich tatsächlich einen oder gleich mehrere unserer Sender gefunden. Die von Ihnen genannten schnellen Pulse sind dabei besonders interessant. Die Sender senden eine konstante Pulsfolge mit 36,6 bis 40,2 Pulsen pro Minute. Wenn es sich tatsächlich wie schnelles Morsen angehört hat, dann ist es möglicherweise eine Überlagerung mehrerer Sender gewesen. Gut möglich, dass die Tiere in einer Gruppe unterwegs waren. Können Sie sich vielleicht erinnern wie lange Sie das Signal gehört haben, bzw. wie viele Pulse pro Min. es gewesen sein könnten? Auch wenn keine genaue Aussage machbar ist, ist dieser Hinweis sehr viel wert.

      Viele Grüße aus Bochum

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