Fledermaus-Beobachtungen

Flugbeobachtungen

Fledermäuse verwenden ihr Gehör zum Sehen, d.h. sie senden kurze Ultraschall-Schreie. Ein Schrei dauert kurz, keine 10 Millisekunden. Der Ton ist mit 18–80 kHz für ein menschliches Gehör unhörbar hoch.  Die Echos der Schreie geben ihnen Informationen über die Umgebung und ihre Nahrungsinsekten. Diese Rufe lassen sich nutzen, um Fledermäuse zu finden. Die Ultraschall-Impulse werden mit sog. Detektoren in hörbare Signale umgewandelt. Mit solchen Geräten kann man Fledermäuse in 30 m Entfernung vorbeifliegen hören, da die Schallenergie eines Rufes der eines Preßlufthammers entspricht (100 dB, unmittelbar vor dem Maul gemessen).

Die verschiedenen Arten verwenden individuelle Rufformen mit verschiedenen Tonhöhen und Ruffolge-Rhythmen. Alle Fledermausarten, die sich in Bochum finden, verwenden frequenz-modulierte Signale, die bei hohen Frequenzen beginnen und während der 5–10 ms Rufdauer auf niedrige Frequenzen fallen. Die artspezifischen Unterschiede sind zum Teil gering.

Mischer-Detektor

Der zur Unterscheidung der verschiedenen Arten am besten geeignete Detektor besitzt einen eingebauten Oszillator, dessen Frequenz mit dem empfangenen Signal gemischt wird. Ein Frequenzfenster von einigen kHz Breite um diese einstellbare Frequenz wird zur Beobachtung genutzt. Besonders Abendsegler können an ihren charakteristischen Rufen leicht erkannt werden.

Teiler-Detektor

Um nichts im weiten Frequenzbereich zu verpassen, werden Teiler eingesetzt. Diese Detektoren nutzten eine digitale Schaltung, welche das empfangene Signal in der Frequenz um eine Potenz von 2 (z. B. 8 oder 16) teilen kann. Leider geht der Großteil der Lautstärkeinformation verloren, so dass sich die verschiedenen Arten sehr ähnlich anhören.

Fledermauskästen

Über Bochum verteilt wurden an 13 verschiedenen Standorten etwa 100 Fledermauskästen an Bäumen angebracht. Der gebräuchlichste Typ, ein Flachkasten, besitzt einen schmalen Einflugschlitz (15 cm lang, 2–3 cm breit) an der Unterseite. Der Innenraum hat im Wesentlichen den Querschnitt mit den Maßen des Schlitzes und ist ca 40 cm hoch. Der Kasten besteht aus Holzbeton oder aus Holz (Stärke 2 cm). Nach dem Aufhängen eines Kastens kann es einige Jahre dauern, bis er besetzt wird. An 7 der 13 Standorte konnten wir bisher Fledermäuse in den Kästen nachweisen.

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Netzfänge

Fliegende Fledermäuse werden nachts mit dünnen Netzen gefangen, welche an Höhleneingängen, über Flussläufen oder zwischen Bäumen angebracht werden. Wenn die Tiere kurz nach der Abenddämmerung zum Jagen ausfliegen, kann man sie mit viel Glück an ihren Tagesquartieren oder Flugrouten fangen. Einmal gefangen, wird das Tier zunächst gründlich untersucht, um seine Art zu bestimmen und die Körperabmessungen zu erfassen. Es wird natürlich möglichst schnell wieder in die Freiheit entlassen.

Meldungen aus der Bevölkerung / Öffentlichkeitsarbeit

Sehr selten erhalten wir Informationen über Fledermäuse von der Bochumer Bevölkerung, besonders dann, wenn ein geschwächtes Tier am hellen Tage gefunden wird (ca. ein bis zweimal pro Jahr). Darunter ein Großen Abendsegler, der verletzt wurde, als bei Forstarbeiten ein toter Ast abgesägt wurde. Ein Flügel war gebrochen, und das Tier hatte Verletzungen am Bauch; es wurde am selben Tag eingeschläfert. Der Ast, eine morsche Spechthöhle, dient jetzt als Ausstellungsobjekt.

Viele dieser aufgefundenen Tiere gelangen in die Hände von erfahrenen Fledermausschützern in und um Bochum, um ein paar Tage gesundgepflegt zu werden. Einige dieser Pfleglinge und verstorbene Exemplare dienen als lebende, aber flugunfähige oder – traurige Realität – als tote Anschauungsobjekte.

Besenderung (Telemetrie)

Fledermäuse werden mit Netzen gefangen und kleine Sender auf ihren Rücken angebracht. Für einige Tage ist es dann möglich die wieder freigelassenen Tiere mit einer Antenne bis in 1 km Entfernung zu verfolgen. Mit einem geeigneten Fahrzeug, guter Ortskenntnis und etwas Glück, ist es möglich, dem Tier bis zu seinem Quartier zu folgen. Nach einigen Tagen fallen die Sender ab. Mehr zur Besenderung der Fledermäuse …

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