Natur-/Artenschutz
Fledermäuse
Last updated
Invasive Neophyten verdrängen durch ihre Wuchsstärke einheimische, an unsere Ökosysteme angepasste Pflanzen. Wer hilft uns, die invasiven Neophyten auszureißen oder zu graben? Termine nach Absprache. Kontakt per E-Mail an aku-bochum@aku-bochum.de oder per Telefon unter 02 34/ 66 444.
Wir haben die Ratgeber zum Klimaschutz und Energie sparen aktualisiert.
Die Termine für den Umweltspürnasenpass 2010 sind online!
Samstags Kopfweidenschnitt: Wir suchen HelferInnen zum Zusammentragen der Äste, zum Schneiden (Motorsägenschein wäre ideal) und ein Fahrzeug zum Abtransport des Schnittgutes (bitte Anruf unter 0234/350656 oder 0151/24222334).
Neu: Unsere Kindergruppe Unsere Kindergruppe trifft sich jetzt samstags vormittags.
Halloween im Tierpark – Veranstaltung mit dem AkU
Der Aku wurde 25 Jahre alt. Wir begingen den Geburtstag mit Baumpflanzungsaktionen.
Neues zum Igelschutz.
Neues aus dem Bochumer Agenda-Prozess – Arbeitsgruppen zum Natur- und Klimaschutz gegründet.
Quartier/Kartierung
Fledermauskartierung in Bochum:
Seit 1985 sammelt der Arbeitskreis Umweltschutz Bochum e. V. (AkU) Daten über an Gewässern jagende Fledermäuse und seit 1993 flächendeckend über die Jagdgebiete der Fledermäuse in Bochum. AkU-Mitglieder gehen systematisch durch die Wälder und Felder, entlang der Bäche, Teiche und auch durch bebaute Straßen, um die Jagdbiotope und Quartiere zu finden. Alle Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengetragen, der die Grundlage für weitere Maßnahmen im Fledermausschutz bildet, wie zum Beispiel die Unterschutzstellung von wichtigen Landschaftsteilen wie Wäldern und Seen.
Suche nach Winterquartieren:
Von November bis März befinden sich die Fledermäuse im Winterschlaf, wobei sie ihre Körpertemperatur fast auf die Umgebungstemperatur absenken (3–10 °C, je nach Art). In Bochum befinden sich eine große Anzahl von verlassenen, teilweise unterirdischen Gebäuden, wie alte Bergwerksstollen oder Fabrikgebäude. Wir achten auf Eignung für die Tiere: konstante Temperatur möglichst über 3 °C, 100 Prozent Luftfeuchtigkeit, keine Zugluft. Drei von diesen Gebäden werden tatsächlich von Fledermäusen aufgesucht:
- Die Gewölbe einer ehemaligen Industrieanlage beherbergen bis zu 7 Wasserfledermäusen (Myotis daubentoni). Die Bestimmung der Art ist extrem schwierig, weil nur die Nase des Tieres zu sehen ist. Dieses Quartier wurde uns von dort spielenden Kindern gemeldet. Das Gebäude erstreckt sich über 30 mal 100 m und besitzt viele Kammern und mehrere parallele Gänge. Der erste Verschluß wurde vom Grundbesitzer ausgeführt. Leider wurde nur ein kleiner Schlitz in der Mauer belassen, der den Luftaustausch behinderte und die Fledermäuse schlecht hineingelangen ließ. Im folgenden Sommer (1993) wurde eine größere Öffnung mit waagerechten Stahlstäben zur "Einbruchssicherung" als Einflugöffnung eingebaut. Zusätzlich dient eine Stahltür als Zugang für Kontrollen. Leider wird häufig versucht, in das Objekt einzudringen. Im letzten Herbst entdeckten wir ein Loch direkt neben dem vergitterten Einflug, welches 6 AkU-Aktivisten in einer Samstags-Aktion verschlossen. Wahrscheinlich sind wir dabei beobachtet worden, denn die Ziegelsteine der frischen Wand waren beiseitegeräumt, bevor der Mörtel hart geworden war. Das wiederum verschlossene Loch ist bis jetzt verschlossen geblieben.
- Ein ehemaliger Eisenbahntunnel beherbergt seit einigen Jahren regelmäßig einige Tiere. Die wenigen Tiere finden sich immer an denselben Stellen im Mauerwerk ein. Durch die Feuchtigkeit und die konstanten Temperaturen um 8 Grad im Winter ist dieser Tunnel optimal geeignet. Das Quartier enthält eine Gasleitung und wird durch eine Industriefirma unterhalten. Wir konnten mit Genehmigung der Firma regelmäßige Kontrollen durchführen. Die Gefahr durch Einbruch bestand immer, wurde aber durch die bodenferne Lage und stabile Gittertore vermindert. Leider ist dieses Quartier wegen Einsturzgefahr 1998/99 verfüllt worden. In langwiergen Verhandlungen konnten wir erreichen, daß an einem Ende von 350 m ein 25 m langes Stück erhalten blieb. Dieses Restquartier wurde von der besitzenden Firma und uns fledermausgerecht ausgebaut. Im Winter 1999/2000 konnten wir 4 winterschlafende Wasserfledermäuse nachweisen. Ein überraschender Erfolg.
- In einem ehemaligen Straßentunnel, der 1989 mit Mitteln aus dem Naturschutzprogramm Ruhrgebiet, an beiden Enden fledermausgerecht zugemauert wurde, konnten wir erstmals im Winter 1999/2000 eine winterschlafende Wasserfledermaus beobachten. Ein langersehntes Ereignis.
Errichtung von Winterquartieren:
Die Neuanlage eines Winterquartieres oder der Ausbau unterirdischer Anlagen ist ebenfalls Gegenstand unserer Arbeit. 1995 wurde im Rahmen eines Straßenbaues in einem wiederhergestellten Bachtal ein kleiner unterirdischer Stollen für Fledermäuse errichtet. Es wurde mit Hohlblocksteinen im Innern "eingerichtet" und wies auch im kalten Winter von 1996/1997 Temperaturen um + 4 °C auf. Im folgenden wurde eine Fledermaus zum überwintern dort ausgesetzt.
Das Quartier wurde im Winter aufgebrochen und das dort kurz zuvor installierte Thermometer, sowie die Fledermaus samt Holzkasten gestohlen.
