Statistik zur Igelpflege 2015

Der Igel-Notruf des Arbeitskreis Umweltschutz Bochum e.V. AkU hat im Jahre 2015 insgesamt 72 Igel aufgenommen.

Unter unseren Pflegetieren war eine Igelmutter mit fünf Kindern, die frühmorgens auf den Straßenbahnschienen gefunden wurden.

Vermutlich hat die Mutter ihre quirligen Jungen nicht rechtzeitig ins Nest locken können. Die beherzte Finderin konnte bis auf ein Junges alle einsammeln und zu uns bringen. Wir konnten beobachten, dass die Mutter die Kleinen noch säugte, als sie schon fast 400 Gramm hatten und schon selbstständige Jungigel waren. Alle konnten wohlbehalten ausgewildert werden.

Der Kleinste in 2015 war ein Igelsäugling mit 62 Gramm, der unterkühlt und verlassen aufgefunden wurde. Er wurde von Hand mit Muttermilchersatz aufgezogen und hat ebenso überlebt wie andere Waisen mit 72 und 86 Gramm.

Auch sechs Geschwister mit einer bakteriellen Darmentzündung mussten wir lange behandeln. Dann nahmen sie aber gut zu und konnten in die Freiheit entlassen werden. Dabei zeigte sich, wie wichtig Lebendfutter für Igelkinder ist. Sie brauchen Insekten mit Chitinpanzer, Würmer und Larven nicht nur, um jagen zu üben und die Beute zu erschnuppern, sondern auch, um ein dichtes Stachelkleid zu bekommen.

Dank der warmen Witterung und zahlreicher engagierter Igelpaten mit großen naturnahen Gärten konnten wir alle Igel in 2015 in die Freiheit entlassen und mussten bis jetzt keinen über Winter bei uns behalten.

Leider waren wir auch im Jahre 2015 zeitweilig so überfüllt, dass wir einige Igelfinder bitten mussten, die Tiere selbst aufzuziehen; auch umliegende Pflegestellen waren überfüllt. Auch das Tierheim zeigte sich als personell so unterbesetzt, dass eine Aufnahme von Igeln im November nicht mehr möglich war. Im Ruhrgebiet fehlt eine Wildtierstation sehr.

Wir haben unzählige telefonische Beratungen auch bis spät in die Nacht geführt; wir hatten Anrufe rund um die Uhr aus dem ganzen Bundesgebiet; mit ehrenamtlicher Tätigkeit neben Beruf und Familie ist ein 24 Stunden Notruf nicht leicht zu bewältigen.

Zudem konnten wir die beliebten Igelstunden nicht nur in unserer Kindergruppe, sondern auch in einigen Schulen zur Freude der Kinder durchführen.

Dank der tatkräftigen Hilfe unserer Ehrenamtlichen, dem Einsatz einer Bochumer Tierärztinnenpraxis sowie der Unterstützung der Igelfinder/innen, die uns nicht nur die Tiere gebracht, sondern zum Teil auch in tierärztliche Behandlung gegeben und uns mit Futter, Zeitungs- und Geldspenden unterstützt haben, sowie etlicher Igelpaten, die in ihren naturnahen Gärten unseren Stacheltieren den Weg in die Auswilderung bereitet haben, konnten wir auch in 2015 ein Stückchen Wildnis in Bochum bewahren.

Allen sei an dieser Stelle herzlich gedankt!

Im Sommer 2016 wird das Projekt Igelschutz im AKU Bochum 10 Jahre alt werden.

Es wird voraussichtlich aber keine Feier mit Ansprachen, Sekt und Canapés geben, sondern Heimchen und Zoophobas (für die Igel).

Wir planen den Bau neuer Innengehege mit verschiebbaren Wänden, so dass wir bei Bedarf Abteile für ein Mutter-Kind-Innengehege zusammen legen können.

Auch im Jahre 2016 ist der Igel-Notruf zu erreichen unter
0160 6 72 45 82

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